Indien - mein 70. besuchte Land

Teil 1: Die Anreise 

Meine Mutter erzählt immer, dass ich als kleines Baby schon von Afrikanern fasziniert war (und Punkern 😉). Ich hätte aus meinen Kinderwagen immer fasziniert geschaut, wenn eine Person of Color vorbei gelaufen ist.

Ich erinnere mich auch Recht früh schon von Afrika fasziniert gewesen zu sein, allerdings meine erste richtige Erinnerung an eine Sehnsucht nach einem Land war Indien.

Im Kindergarten hatte ich einen Jungen, dessen Familie mir damals ein wunderschönes Kleid geschenkt hat. Die Familie war meine ich aus Pakistan und das Kleid, jetzt wo ich drüber nachdenke war Grün (vielleicht kommt daher meine Leidenschaft 😅).

Dieses Kleid war so schön und nach einmal waschen von meiner Mutter zerstört 🤣. 

Aber Pakistan ist natürlich nicht Indien, die Liebe zu bunten Farben haben aber beide Länder.

In jungen Jahren war dann Bollywood hoch im Kurs. Stundenlang konnte ich mir diese Filme anschauen. Diese Musik, diese Farben, diese schönen Frauen 😍 Mit diesen Filmen habe ich meine erste Erinnerung daran, dass ich in ein Land wollte. Auch wenn meine Klassenlehrerin in der ersten Klasse auch schon die ersten Horrorstories über Indien erzählte. Sie hatte für einige Zeit in Indien gelebt und das Haus nicht verlassen, wegen der vielen bettelnen Kinder.

Nun knapp 30 Jahre später, sitze ich also im Flieger in das Land meiner Kindheitsträume. Mit im Gepäck ist Freude und Respekt. 
Wie werde ich mit den Menschenmassen, der Hygiene und Armut umgehen?


Menschenmassen kenne ich aus Südostasien. Armut aus Afrika und anderen Teilen der Welt. Werde ich enttäuscht sein oder in den Trubel eintauchen? Ich lass mich überraschen.

Auch diesmal Reise ich mit einer Reisegruppe. Indien alleine aus Frau kann man machen, muss man aber nicht.

Somit begann schon am Flughafen das durchforsten der Menschen am Gate. Wer könnte zu meiner Reisegruppe gehören und wen will ich auf keinen Fall dabei haben.

Da ich bereits im Vorfeld meinen Sitzplatz reserviert hatte, habe ich bereits ein Teil der Namen der Reiseteilnehmer über die Gruppenbuchungen gesehen. Auch wusste ich, dass wir alle zusammen in 3 Reihen im Flieger sitzen würden.

So könnte ich im Flieger bereits die ersten erspähen und saß auch neben zwei älteren Freundinnen aus Thüringen mit denen ich gleich ins Gespräch kam. Bzw. Petra redete 😅 andere kommen bei ihr nur schwer zu Wort.

Kurz vor der Landung in Bahrain wurden dann die Gates der Anschlussflüge durchgesagt. Unser Flug nach Delhi sollte von Gate 11B gehen.

Wir landeten und fuhren an 15 vorbei, an 14, an 13, da machte ich den Scherz, dass wir sicherlich bei 11B ankommen. Und? Wir kamen bei 11B an 😅 Der erste Lacher war damit gegeben.

Allerdings mussten wir aus dem Flieger und nochmal durch eine Sicherheitskontrolle dort kamen dann noch eine Singlereisende aus Dresen und ein Mutter-Tochter-Gespann aus Köln zu unserer lustigen Truppe.

Ich als routinierte Reisende, nicht klein und mit Hut auf dem Kopf wurde schnell als "Reiseleitung" deklariert, die nicht nur den Durchblick hat wo was ist, sondern auch das Zeitmanagement im Griff hat. 

So kamen dann alle auch pünktlich zum Boarding am Gate an (welches wir erst 1 Stunde zuvor verlassen hatten). Diesmal saßen wir nicht zusammen, aber ich hatte im Vorfeld die Anschlussflug als Schlafflug ausgerufen. Schließlich kommen wir um 4 Uhr morgens in Delhi an und starten nach einem frühen Check-in und Frühstück direkt ohne Schlaf in unsere Stadtführung.

Ihr Lest diese Zeilen, also könnt ihr euch vorstellen, wie gut dieser Plan für mich aufgegangen ist 💤 und wir haben nicht mal mehr zwei Stunden bis zur Landung. Hoffentlich Recht sich das später am Tag nicht..

2. Delhi

Natürlich habe ich nicht mehr geschlafen und während ich Tommi Schmitt und Mats Hummels in CopaTS beim Fußball fachsimpeln zuhörte, flogen wir langsam über Delhi.

Also erstes viel mir auf, dass es doch nicht so besiedelt ist wie erwartet. Und dann sanken wir und ein Lichtermeer war zu sehen.

Soviel blaue Lichter und ganz viele Gebäude haben über die ganze Fassade Lichterketten. Später erfuhr ich, dass das Hindu Lichterfest Diwali ansteht und daher alle Häuser zu geschmückt sind.

So landeten wie ohne eine Minute Schlaf und machten uns an die Einreise. War die Visumsbeantragung schon ein Erlebnis, war es die Einreise ebenfalls.

Nach der Einreise machte ich mich erstmal bequem auf die Toilette, putzte Zähne und machte mich etwas frisch.
Also ich rauskam war keiner meiner Reisegruppe zu sehen. Auch das Gepäckband lief "noch" nicht. 
Suchend machte ich mich auf und fand meinen Koffer neben dem Gepäckband. Das Band liefer "nicht mehr".

Draußen traf ich dann meine wartende Reisegruppe. Aber zum Glück war ich nicht die letzte 😅 

Weiter ging es zum Bus und damit aus dem Gebäude. Und willkommen geheißen wurden wir vom Smog. Es roch einfach nach Feuer. Bisschen wie in Afrika.

Im Bus wurden wir dann willkommen geheißen. Bevor es ins Hotel ging.

Die erste Überraschung erfolgte auf der Fahrt. Die Straßenbeschaffenheit war abenteuerliche, aber ich fand es nicht besonders voll. Hatte ich doch mit Menschenmassen und Chaos gerechnet. Aber es war auch erst 5 Uhr morgens, vielleicht kommt das noch.

Dann ging es ins Hotel einchecken. Ab 7 Uhr gab's Frühstück und um 8.30 sollte es zur Stadtbesichtigung losgehen.





Im Zimmer ging es erstmal unter die Dusche und frische Sachen an und dann erstmal raus. Was auffällig war, waren die vielen Vögel. Falken, Papageien, Tauben, Krähen, Pfauen, was eine Vielfalt.

Beim Frühstück kam die Reisegruppe dann wieder zusammen und machte sich über die Köstlichkeiten her 🥵🥵 Man waren die Lecker, aber genauso scharf. 

Nach dem Frühstück hatte man ja noch Zeit. Aber jetzt nochmal hinlegen wäre der Tod. Somit spazierte ich durch die Anlage und schaute mir die Tiere an.



Ich war jetzt schon begeistert.

Weiter ging es in den Bus. Bereits jetzt waren die meisten bereits 24 Stunden wach, als uns unser Reiseleiter eröffnete, dass wir wohl erst gegen 16/17 Uhr wieder ins Hotel zurück kommen 🤯💤 Das wird ein anstrengender Tag.

Unser erstes Ziel war die Jama Masjid. Eine muslimische Moschee.

Auf dem Weg dorthin gab es die ersten Eindrücke von Neu Delhi. Ein Wort: Grün. Wahnsinnig wie grün alles ist. Viele Parks, große Bäume. Und sauber. Völlig unerwartet. Natürlich auch Verkehr, aber lange nicht das was ich erwartet habe, oder z.B. auch schon in Hanoi oder Yangong erlebt habe.

Auch alles sehr großzügig gebaut. Breite Straßen, große Gelände. Völlig unerwartet.

An der Moschee hieß es Schuhe ausziehen und ein Überkleid anziehen. Wenn man da dann noch den Schweiß von der Vorgängerin spürt. Lecker, kann ich euch sagen.

Die Moschee war ebenfalls sehr Weitläufig und schön.




Von hier ging es ins Alt Delhi rein und hier ergab sich ein anderes Bild.
Enge Straßen durch die sich ein Gewirr aus Fußgängern, Bussen, Autos, Tuktuks, Rikshas und sonstiges Gefährt schob. Es wurde gehupt, gebrüllt und gerufen. Zwischendrin Feuerwerk für das Lichterfest verkauft und gleich gezündet. 

Ja, so hatte ich mir Indien vorgestellt. Hier war es nicht mehr ganz so sauber, aber auch lange nicht so dreckig, wie erwartet. Klar kamen bettelnde Kinder, aber auch nicht die Massen. Und wenn man die Hauptstraße verließ, dann war es auch nicht mehr so voll. Und abgesehen vom ständigen Smog, war auch der Geruch nicht schlimm. 


Ich fühlte mich pudelwohl 🙂 

Eins muss ich allerdings sagen, ziemlich auffällig ist, dass man fast nur Männer auf der Straße sieht. Die dann auch ohne Scharm starren oder auch obszöne Gestigen machen. Das habe ich so tatsächlich noch nie irgendwo erlebt und ganz alleine wäre mir das wohl auch nicht ganz geheuer.

Weiter ging es am roten Fort vorbei zu unserem Bus, der uns zu einer Gandhi Gedenkstätte brachte. Hier merkte man dann schon die Müdigkeit der Gruppe an.







Keiner wollte wirklich mehr laufen und auch die Mittagshitze und Luftfeuchtigkeit machten zu schaffen.

Wieder im Bus führen wir an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei, auf dem Weg zu einem Sikhs Tempel.


Wahnsinn was es hier für Gebäude und große Flächen gibt. Diese riesen Gebäude erinnern irgendwie an eine Mischung aus Rom und Kommunismus 😅 aber mit ihrem ganz eigenen Scharm.

Die Stadt ist so vielseitig, dass sie für mich nicht wirklich zu greifen ist. Was zum Greifen ist, ist unsere Müdigkeit. Schon über 30 Stunden auf den Beinen, die Höhe Luftfeuchtigkeit, das viele Laufen. Wir sind alle fertig und im Bus schlafen auch einige ein.

Aber jetzt hieß es noch Tempel besichtigen. Dazu müssen Haare und Ohren bedeckt sein, auch darf man nicht zuviel von den Beinen sehen. Und im Inneren des Tempels darf nicht fotografierte werden.


Im Tempel gibt es Vorsänger, die in einem Singsang beten. Wir setzten uns zu den betenden und hörten eine Weile zu.

Ich erinnere mich an einen Tempel in Kuala Lumpur in dem ich dem Singsang völlig verfallen bin und einfach da saß und zuhörte. Heute wollte ich einfach nur schlafen und der Singsang half da nicht dabei.

Zum Glück ging es bald weiter und wieder raus.  Zum Tempel gehört auch die Möglichkeit eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, welche von Freiwilligen und Spenden gekocht wird.
Wie in Trance schaute ich mir mit meiner Gruppe die Küche, usw. an.

Eigentlich war es interessant, aber wirklich aufnahmefähig war eigentlich keiner mehr von uns.

Danach ging es zurück zu den Schuhen. Dort erzählte unser Reiseleiter unnötig lange noch irgendwelche Geschichten. Ich wollte doch einfach nur in mein Bett.

Ein Highlight sollte es dann noch auf dem Weg zum Bus geben. streetfood ❤️

Dazu sollte ein Tee gereicht werden. in einem Tongefäß.
Ich habe heute gelernt, ein Tongefäß ist wie Holzbesteck. Es schmeckt widerlich und ich kann damit einfach nicht essen bzw. Trinken. Schade um den Tee.


Auch hier Verbrachten wir unnötig viel Zeit. Ich denke er wollte den Tag künstlich in die Länge Ziehen, weil er bis 16.30 arbeiten muss.

Endlich stiegen wir in den Bus in Richtung Hotel. Er ging an etwas zu erzählen, aber ich schlief sofort ein.

Im Hotel hieß es dann Kofferpacken und rausstellen. Die Koffer fahren heute Nacht schon weiter, während wir morgen mit dem Zug nachkommen.

Für mich kein Problem, schnell paar Sachen zusammen gepackt, Koffer raus und endlich der wohlverdiente Schlaf ❤️ zumindest für 1 1/2 Stunden. Dann ging es erneut unter die Dusche und ab und die Lobby und zum Abendessen.

Was soll ich sagen? Ich liebe indisches Essen ❤️ und heute Abend war es auch nicht ganz so scharf 🤤

Jetzt ist es 21 Uhr und ich werde gleich meine Augen schließen. Der Wecker geht um 4 und um 4.30 werden wir abgeholt. Es hat ja keiner etwas von Erholung gesagt 😅




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