Cusco - die Luft wird eng ...
Um 5.30 ging wieder der Wecker. Ein Erholungsurlaub ist das hier auf jeden Fall nicht, aber das war vorher ja klar.














Im Frühstücksraum war der größte Teil der Reisegruppe bereits versammelt und heute wurde dann auch miteinander gesprochen.
Das Frühstück überraschte mit gebratenen Reis. Bin ich in Asien? Gibt doch nichts besseres, wie gebratenen Reis zum Frühstück 😍
Nach dem Frühstück ging es wieder zum Flughafen. Heute ging es weiter nach Cusco, auf 3.500 Meter.
In Sao Paulo noch einen leeren Flughafen gehabt, war Lima die reinste Abfertigungsmachiene.
Der Flug war mit 1:20 sehr kurz und ging über die Anden.
Was ein Anblick. Die erste Zeit war noch die Wolkendeckel zu sehen und nur einzelne Spitzen. Doch dann kamen die Anden zum Vorschein.
In der Ferne dann auch Berge auf Augenhöhe. Im Flugzeug ist das eher ein mulmiges Gefühl und irgendwann mussten wir dann auch nochmal mit dem Flugzeuge steigen.
Die Höhe wird langsam bewusst und mein Respekt wuchs und wuchs.
Sobald wir gelandet sind, blieb mir auch schon die Luft weg. Merkte ich schon mein Kopf? Kann ich mein Arm überhaupt heben? Bekomme ich eigentlich genug Luft oder habe ich das Gefühl, nicht genug Sauerstoff zu bekommen?
All die Symptome in der Höhe, sind Symptome die ich von LongCovit gut kenne. Kurzatmigkeit, Herzrasen, Erschöpfung.
Sagen wir mal so, die ersten 2 Stunden waren jetzt nicht die entspanntesten in meinem Leben und ich schwankte zwischen mich versuchen zu entspannen und nicht drüber nachdenken, bis zu kurz davor in Panik zu verfallen, weil wieder irgendein Symptom aufgetreten ist.
Im Hotel gab es dann erstmal Cokatee, garnicht so schlecht und ich hatte in den 20 Minuten vom Flughafen zum Hotel schon über 1 Liter Wasser getrunken. Soviel trinke ich sonst ja nicht in zwei Tagen. Was natürlich dazu führt, dass man ständig aufs Klo muss und wer mich kennt weiß, dass ich das ja hasse 😅
Naja, ein Tod muss man ja sterben, ne? Also geht's jetzt gefühlt alle halbe Stunde aufs Klo. Hier in Peru sind die Rohre nicht so ausgebaut, daher ist es nicht erlaubt Klopapier ins Klo zu werfen, das muss "gebraucht" in einen Eimer neben dem Klo geworfen werden.
Das kennt man ja auch aus anderen Ländern, aber ungewohnt ist das schon. Somit gehe ich jetzt immer aus Klo mit dem Mandra, kein Klopapier ins Klo, kein Klopapier ins Klo 😅
Aber zurück zu meinem Tag. Wir waren ca. gegen 12 Uhr im Hotel und um 14 Uhr sollte es mit einem dreistündigen Besichtigungsspaziergang weitergehen.
Drei Stunden laufen ist auch ohne Höhe schon eine Herausforderung für mich. Also kurz mit meiner Reiseleitung abgesprochen, ob ich diesen jeder Zeit abbrechen könnte und wie sieht es mit Toiletten aus? Schließlich muss man die ja jetzt, regelmäßig einplanen.
Die Reiseleiterin sah das alles ganz locker. Und so machte ich eine kurze Pause im Hotelzimmer, bevor ich mich für den Spaziergang fertig machte.
Am Treffpunkt war die Höhe Thema Nummer eins. Und nicht nur ich merkte die Höhe.
Im Schneckentempo ging es dann auf den Spaziergang und alle 50 Meter wurde abgehalten. Unter normalen Umständen wäre das ein Kraus für mich. Ständig stehen bleiben, dass kann ich ja garnicht haben. Aber heute war es genau das richtige. Bevor ich richtig Puls bekommen konnte, standen wir schon wieder und ich konnte mich erholen. Perfekt!
Die Sonne kam raus und Cusco ist ein ganz anderes Bild, wie Lima.
Den ersten Stopp machten wir am Sonnentempel mit angrenzenden Kloster.
Die katholische Kirche ist hier sehr verstrickt mit den Inka.
Die Spanier haben versucht die alten Traditionen durch den katholischen Glauben zu ersetzen. Die Einheimischen hingegen haben ihre Teile dann vermischt. Z.B. wird in den Gemälden zum letzten Abendmahl Meerschweinchen zum Essen gereicht, in Schnitzereien gibt es Maiskolben, usw.
Der Sonnentempel eine Mischung aus Tempel und spanischen Einfluss war sehr schön. Auch der Blick auf die Hügel gerade bei dem blauen Himmel natürlich beeindruckend.
Es ging hoch und runter, Treppen hoch, Treppen runter. Langsam aber stetige und mein Körper machte das wunderbar mit. Fleißig wurde getrunken und je länger der Spaziergang ging, umso sicherer fühlte ich mich in meinem Körper.
Eine Eigenheit der Inka ist es, dass sie Mauern ohne Mörtel gebaut haben. Stein wurde exakt auf Stein angefertigt, es gibt kein Verbindungsmittel und trotzdem passt kein Papier dazwischen.
Da musste ich doch an einen Umbau denken, da hieß es immer "egal, am Ende spachteln wir es einfach zu".
Weiter ging es stetig bergauf zum Plaza Mayor.
Was ein Anblick, mit den Bergen im Hintergrund.
Hier besichtigten wir noch eine Kathedrale, bevor die Gruppe dann gegen 17 Uhr verabschiedet wurde.
Morgen ist eigentlich ein freier Tag, aber man konnte ein Ausflugspaket dazu buchen. Habe ich natürlich nicht gemacht, aber bin die einzige. Alle anderen haben morgen also wieder einen Ganztagesausflug, ich kann ausschlafen und den Tag für mich genießen.
Doch bevor es zurück ins Hotel geht, muss noch etwas gegessen werden. (liebe Diana, jetzt wird es Zeit für dich, den Rest nicht mehr zu lesen 😜).
In Peru gibt es da so eine Spezialität, die wollte ich doch dann auch mal probieren. Ja, in Deutschland werden sie als Haustiere gehalten, aber Kühe sind in Indien auch heilig und wir essen sie 😅 die Rede ist vom Meerschweinchen.
Mir von der Reiseleiterin ein Restaurant empfohlen lassen saß ich dann alleine in dem Restaurant und erwartet das Meerschweinchen.
Nunja, was soll ich dazu sagen 😅 Ich liebe Hähnchen. Aber nur das weiße Fleisch. Hähnchenschenkel oder irgendwas mit Knochen 🤢 sagen wie so, beim Meerschweinchen ist es das selbe 😅 nur leider ist am Meerschweinchen nicht soviel dran, wie an einem Huhn 😅
Die Haut war sehr gross und hatte was von Schwein. Das Fleisch hatte ein Eigengeschmack, aber hat sich etwas an Hühnchen erinnert. War auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis, aber im großen und ganzen auch nicht schlecht.
Übrig blieb nur ein Schlachthaufen.
Nach dem Essen stellte ich fest, dass es schon dunkel war. Eigentlich eines meiner No-Go auf Reisen. Alleine im dunklen unterwegs sein. Aber die Straßen waren voll mit Menschen und Autos und ich habe die 20 Minuten zum Hotel problemlos gemeistert.
Um auf meinen Beitrag von gestern Bezugzunehmen, da hatte meine mutige Dorina doch mal wieder Recht und ich bin bisher froh, die Reise gemacht zu haben ❤️
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