Machu Picchu

Ich sitze im Bus in Richtung Puno am Titicacasee. Heute liegen ca. 400 km Busfahrt vor uns und ich Versuche meine Eindrücke von gestern noch zu bearbeiten.

Ich bin schon viel gereist und habe schon viel gesehen und doch gibt es immer wieder Orte, die mich überwältigen.

Letztes Jahr Petra war so ein Ort. Ich weiß nicht wie oft ich zu meiner Mama "Wahnsinn" und "Schau mal da, Wahnsinn" gesagt habe. Machu Picchu hat das nochmal übertroffen. Aber fangen wir vorne an.

Um Viertel nach Vier ging gestern der Wecker. Am Vorabend schon alles gepackt, hieß es nur schnell anziehen und ab zum Frühstück. So früh war nur unsere Reisegruppe unterwegs, daher gab es leider noch kein Reis, also gab es nur ein Honigbrötchen bevor es in den Bus ging.

Ca. 4 Stunden Fahrt lagen vor uns. Zwei Stunden Bus bis Ollantaytambo. Von dort mit der Bahn 1 1/2 Stunden bis nach Aguas Calientes (der Ort am Machu Picchu) und dann mit dem Shuttlebus weiter rauf auf den Machu Picchu.

Der Machu Picchu ist eines der neuen sieben Weltwunder und damit sind wir natürlich nicht die einzigen. Es ist reinster Massentourismus.

Vor Corona muss es so schlimm gewesen sein, dass es kurz davor war, das UNESCO Kulturerbe aberkannt zu bekommen. Das führte zu einigen Änderungen. Man kann sich nicht frei in der Anlage bewegen, es gibt vorgeschriebene Wege und es nur erlaubt mit einem Guide. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Personen (ich hatte noch was von 3.000 Gäste am Tag gelesen, aktuell sind es aber wohl wieder 5.000 Gäste am Tag), du hast ein Timeslot und du musst dich mind. ein Monat im vorraus anmelden.

All das führt natürlich dazu, dass die Orte Ollantaytambo und Aguas Calientes eigentlich nur für Touristen existieren. Sie bestehen fast ausschließlich aus Touristenständen, Restaurants und Hotels.

Die Bahnfahrt führte schon durch einen tollen Weg durch die Anden. Ich bin ja eher der Meer-Typ, aber diese Berge sind schon sehr beeindruckend.



Angekommen in Aguas Calientes lief man erstmal ne ganze Weile durch ein Labyrinth aus Souvenirständen und dann hieß es anstellen an den Shuttlebus. Wie gesagt, willkommen im Massentourismus 🤷🏽‍♀️


Eine halbe Stunde später saßen wir im Bus und es ging in Serpentinen rauf zum Machu Picchu. Auf der einen Seite Berg, auf der anderen Seite ein Steilhang. Nichts für schwache Nerven. Dafür aber weiterhin ein Traumhafter Blick auf die Berge. Was ein Naturschauspiel ❤️


Oben angekommen hieß es ersteinmal Toilette. Die nächsten 3 Stunden in der Anlage gibt es nämlich keine und es ist auch strengstens untersagt sich in der Anlage in einen Busch zu schlagen.
Was natürlich super ist, wenn man ja eigentlich viel trinken soll, wegen der Höhe.

Und dann war es soweit. Ich war aufgeregt und hatte Respekt. Natürlich hieß es jetzt erstmal wieder Aufstieg. Allerdings wirklich im Schneckentempo. Wie die Ameisen lief ein Strom an Menschen die Treppen und den kleinen Weg hoch. Zwischendrin wurde noch angehalten für Fotostops. Unter normalen Umständen hätte mich das wohl in den Wahnsinn getrieben, diesmal war es für mich ein Segen. Ich kam zwar ziemlich ins Schnaufen, doch am Ende war es nicht so schlimm, wie erwartet.

Und dann kam der Augenblick. Das Wetter Perfekt, die Sicht klar und das erste Mal der Blick auf den Machu Picchu! Es war magisch!


Ich hatte viel vorher gelesen, Blogs angeschaut, usw. aber Live da zu sein, das zu sehen. Einfach unbeschreiblich! Dafür war jede Anstrengung Wert. 

Bilder können nicht Einfangen, wie es wirklich war und wenn in ich Petra jede Minuten "Wahnsinn" gesagt habe, dann habe ich es dort doppelt so oft gesagt. Es war das beeindruckendste was ich bisher in meinem Leben gesehen habe.


Als wir oben ankamen, verliefen sich auch die Massen. Klar, an den Fotostellen staute es sich etwas, aber es war sehr respektvoll. Es wurde gewartet, bis jemand sein Bild gemacht hat und dann wurde gewechselt. Das habe ich auch schon ganz anders erlebt.


Weiter ging es knapp 3 Stunden durch die Anlage. Einfach beeindruckend. Es ging hoch und runter. Treppen in unterschiedlichen Höhen, Steine uneben, kleine Pfade ohne Absperrung, dafür ging es neben dir Steil Bergab.
Definitiv nichts für ängstliche Leute und war schon herausfordernd. Ich war froh über meine Wanderschuhe und nicht die Luft wurde zu einem Problem, sondern mein Knie 😅. Scheiße, wenn man Alt wird und der Körper nicht mehr so mitmacht. Aber wie gesagt, es s war jede Mühe und jeden Schmerz wert.


Draußen angekommen hieß es wieder anstehen. Die Schlange zum Bus war noch länger, wie beim Hinweg. So Dauerte es fast ne Stunde, bis wir ein Shuttle nach unten bekamen. Und wenn ich die Fahrt rauf schon riskant fand, dann war Bergab eigentlich ein Spiel mit dem Tod 😅
Der Fahrer raste in einem Affentempo die Serpentinen runter. Ständig kamen uns Busse entgegen und er musste ausweichen oder eine ganze Strecke Rückwärtsfahren. Ich hab uns mehr als einmal den Abhang runterstürzen sehen 🙈 Aber wir kamen wohlbehalten unten an.

Bis unser Zug fuhr, hatten wir noch jede Menge Zeit und so gingen wir alle zusammen noch etwas essen. Für mich gab es wieder eine örtliche Köstlichkeit: Lomo Saltado.
Ein Schmorgericht mit Zwiebeln und Tomaten. Entweder mit Rindfleisch oder in meinem Fall mit Alpaka. 


Nachdem Essen bin ich mit paar von meiner Reisegruppe noch ein bisschen die Läden durchstöbern gegangen. Die anderen wollten eigentlich Cokablätter für Zuhause kaufen, da wusste ich aber, dass man diese nicht ausführen darf. Also wurden es paar Cokabonbons und Tee. Aber später haben sie dann erfahren, dass nichts mit Coka Bolivien verlassen darf, kein Tee, Schokolade und auch eine Bonbons. Naja, bis Freitag haben sie dann ja jetzt Zeit, ihre Einkäufe zu verzehren 😅

Nun ging es 4 Stunden wieder zurück nach Cusco. Erst Zug und dann Bus. Um halb 9 kamen wir dann wieder in Cusco an und ich viel müde aber glücklich ins Bett ❤️

Heute morgen ging der Wecker dann wieder um 5.45 Uhr. Es hieß mal wieder Kofferpacken. Heute geht es an den Titicacasee. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

"Bildungsurlaub" in Costa Rica

Indien - mein 70. besuchte Land

Ausdruck ewiger Liebe - oder so ähnlich