Letzter Tag in Delhi und Fazit

 Nach einer 6-Stündigen Fahrt kamen wir wieder in Delhi an. Es endet wie es begann, im selben Hotel.

Hier kannten wir uns schon aus und bekamen unsere Schlüssel und dann ging es ein letztes Mal Abendessen.

Am nächsten Tag hieß es "Ausschlafen" wir sollten erst um 9 Uhr losfahren. Was ein Luxus.

Ich ließ den Abend mit packen und dem hören des 2:0 gegen Pauli auslaufen. Wir hatten in den letzten 10 Tagen viel gesehen, war es aber auch extrem anstrengend und wer mich kennt, ist der Schlafenzug das schlimmste für mich.

Nach einem Frühstück ging es für uns also mit Sack und Pack in den Bus, es sollte erst in die Stadt und dann direkt zum Flughafen gehen.

Der erste Stop war der Lotus Tempel. Genau genommen ist es kein Tempel, sondern ein Meditationszentrum, welches für alle Religionen offen ist.

Von außen geformt wie eine Lotusblüte, ist es drinnen ein einfacher großer Raum mit Bänken. Wir blieben eine Weile in Ruhe dort sitzen und entgegengesetzt zum still sitzen am ersten Tag in Delhi im Tempel, konnte ich es hier sehr genießen. Einfach in Ruhe sitzen, die Atmosphäre aufsaugen und die letzten Tage Revue passieren lassen. So intensive, aber schöne und aufregende Tage.





Weiter ging es in den Akshardham-Tempel. Es sollte zum Abschluss also noch mal ein Tempel sein. Wirklich lust hatte keiner, aber dann sahen wir ihn schon vom Weiten. Was ein Tempel.

Gebaut wurde er 2000 und eröffnet 2005. Vieles ist maschinell erstellt, als die ganzen Schnitzereien usw. Schon ziemlich verrückt.

Erlaubt im Tempel war nichts. Kein Kaugummi, kein Handy, keine Smart Watch, eigentlich einfach nichts. Auch die Kontrollen waren ziemlich ausführlich. 

Einer blieb gleich von Anfang an im Bus und eine sollte ihren Fitnesstracker abgeben, da ist sie dann auch zurück zum Bus. Der Rest ging rein.

Einfach ein riesen Anwesen und ein wunderschöner Tempel (Bilder gibts nur aus Google).




Da es so groß war, liefen und liefen wir. Endlich kamen wir am Bus wieder an. Nun hieß es kurz wieder Sachen nehmen und zum "Restaurant" laufen.

Und dann liefen wir wieder. Aus meiner Sicht eine reine Beschäftigungstherapie, um die Zeit bis zum Flughafen rum zu bekommen.

Alle waren K.O. und es war auch keine schöne Strecke. Und ja, dann standen wir vor dem "Restaurant". Hatte ich mich noch einmal auf leckeres indisches Essen gefreut, war es in Schnellrestraurant. Das indische Mc Donalds.

Wir saßen verteilt an den Tischen und bekamen dann wie in der Kantine ein Tablet vorgesetzt. Enttäuschung pur. 





Nun gut, auch dort verbrachten wir mehr Zeit als nötig, aber es war erst 14 Uhr und wir mussten erst um 17 Uhr am Flughafen sein (was immer noch über 4 Stunden vor Abflug war).

Dann hieß es irgendwann doch, es geht los. Alle hatten kein Bock den langen Weg wieder zurück zu gehen, da überraschte uns unser Reiseleiter und der Bus kam zum Glück zu uns.

Da wir wie gesagt noch viel zu viel Zeit hatten, machten wir nochmal halt an einem Garten. Hier liefen wir nochmal durch und machten halt an zwei verfallenen Tempeln. Hier gab uns unser Reiseleiter nochmal Zeit um uns umzuschauen. Aber viele waren K.O. und setzten sich einfach auf die Wiese. Ich gesellte mich dazu und irgendwie artete es dann in eine kleine Yoga und Enstpannungssession aus. Was aber sicherlich nicht geschadet hat.









Zurück im Bus gab es dann die offizielle Verabschiedung vom Fahrer, Beifahrer und Reiseleiter. Am Flughafen wurde es dann recht schnell hektisch. Wir wurden nur abgeliefert und einem anderen Guide übergeben, der uns im Flughafen durch die Ausreise bringen sollte.

Wir waren natürlich viel zu früh und unser Schalter war noch nicht offen. So standen wir erstmal etwas verloren rum, bis ein Flughafen Mitarbeiter auf uns zu kam, der Sprach natürlich nur Englisch und die die er Ansprach sprachen es nicht. Aber ich bekam es mit und ging zu ihm rüber, ab da war natürlich meine Rolle als Reiseleiter gegeben. So koordinierte ich das weitere vorgehen, wartete auf die, die noch auf die Toilette wollten (um sich frisch zu machen und umzuziehen) und ging dann mit als letztes zum Schalter.

Nun ging es weiter zur Ausreise. Hier führte uns der neue Guide (der bisher wirklich nichts gemacht hatte) zu einem anderen Eingang. Ich gehe davon aus, dass dieser eigentlich nur für Personal war, aber hier ging es dann schnell. Wurde für uns auch zusätzlich ein neuer Schalter aufgemacht.

Nun waren wir drinnen und hatten genügend Zeit bis zum Abflug.

Ich suchte mir auch erstmal eine Toilette und machte mich frisch und zog mich um. Dann ging es für mich zum Foodcourt. Irgendwas essen wollte ich noch. Dort gab es Subway und ich hatte richtig lust, aber hatte ich die gesamten letzten Tage auf Wasser und alles was ungekocht war verzichtet, wollte ich mir auf den letzten Metern meinen Magen nicht verderben. Also gabs noch die Auswahl zwischen Megges und Domino.

Megges auch ganz interessant, bietet natürlich in einem Land in dem Kühe heilig sind, nur Chicken an. Aber ich hatte für den nächsten Tag bei meiner Mutter Burger mit Pommes bestellt, entschied ich mich für eine Pizza. 

Bei den Tischen sah ich dann auch einen von meiner Reisegruppe und ich setze mich zu ihm. Er ist Lehrer in Trier und musste am nächsten Tag vom Flughafen direkt in die Schule. Wir unterhielten uns und so kamen wir von Thema zu Thema.

Ich finde es ja immer interessant direkt mit "Betroffenen" über Themen zu sprechen, so kamen wir zum Thema Gendern in der Schule und auch das Thema Flüchtlinge und Transgender.

Er ist Oberstufenleiter und hat daher nichts mit den jüngsten zu tun, hat aber Berührungspunkte mit allen Theman und wir hatten ein sehr interessantes Gespräch.

So verflog die Zeit und es ging langsam in Richtung Abflug. Also packten wir unsere Sachen und gingen zum Gate.

Dort wartete schon der Rest der Truppe und ich hörte nur mit einem Ohr, dass paar ausgerufen wurden, weil sie elektrische Zahnbürsten im Koffer hatten und diese jetzt entfernt werden müssten.

Ich geriet sofort etwas in Panik, hatte ich meine Zahnbürste ja auch im Koffer. Aber wie das an Flurfunk so ist, stimmt das meiste davon nicht.

Tatsächlich wurden zwei aus der Reisegruppe zum Schalter gebeten, dort gab es eine Videoschalte in die Abfertigung. Per Livestream konnten die Beiden dann zusehen wie ihre Koffer geöffnet wurden und ein Feuerzeug und eine Powerbank entfernt und entsorgt wurden. (Natürlich mit vorherigen schriftlichen Genehmigung der Beiden).

Das hatte ich so auch noch nicht erlebt.

Zweite Aufreger, unser Flugzeug hatte Verspätung und wir hatten nur 1 1/2 Stunden Umsteigezeit in Bahrain und mussten dort ja auch noch durch die Sicherheitskontrolle.

Gerade die beiden Lehrer, die vom Flieger direkt in die Schule mussten (einer nach Trier, eine nach Köln) wurden zunehmend nervöser.

Den ersten Flug verschlief ich komplett. Eingestiegen, Augen zu und weg. In Bahrain angekommen, lag unser Gate diesmal ziemlich weit vorne und im Eilschritt ging es für uns den bekannten Weg zur Kontrolle.

Die uns bekannte Rolltreppe war allerdings gesperrt und ein Flughafen Mitarbeiter verwies uns auf eine andere Rolltreppe. Ein Paar aus unserer Reisegruppe verstanden das nicht und stellten sich an die Einreise an. Wir konnten sie zum Glück einsammeln und die Sicherheitskontrolle war auch recht leer. So kamen wir pünktlich zum Boarding an unser Gate an. Nur für die Toilette war keine Zeit mehr.

Hatte ich ein paar aus der Reisegruppe mit bei mir gehabt und durchgeschleust, waren sie erstmal fix und fertig und sehr dankbar, dass ich sie sich an mir orientieren konnten. Gerade eine war über 70 und war das erste mal außerhalb von Europa. Finde ich schon sehr mutig und schön, dass sie es sich getraut hat und so eine schöne Reise hatte.

Der zweite Flug ging dann nochmal 7 Stunden, von denen ich zumindest 4 wieder verschlief. 

Nach 10 Tagen über 30 Grad und mehr oder weniger Sonne (jenachdem wieviel der Smok durchließ) erwartete uns Frankfurt im dunklen, bei Nieselregen und 8 Grad. Ach wie ist es schön, wieder daheim zu sein 😅 

Gab es diesmal wieder direkt am Flieger eine Passkontrolle, gab es beim Aussteigen etwas Verzögerung. Gelandet waren wir am Terminal 3 und mussten dann mit dem Bus erstmal wieder zum Terminal 2.

Dort verabschiedete sich die Kölner Lehrerin direkt, sollte ihre Mutter sich um die Koffer kümmern. Am Band verabschiedete man sich dann von der Gruppe die alle noch weiterfahren mussten. Was bin ich immer wieder froh, so nah am Flughafen zu wohnen.

Meine Mutter holte mich ab und brachte mich kurz nach Hause. Hier hieß es schnell Koffer auspacken und erste Maschine Wäsche an und um 9 war meine Mutter wieder da und wir fuhren nach HG zum Cafe Extrablatt zum Frühstücken. Während ich das gute deutsche Frühstück genoss, war der rest der Truppe noch an der Heimreise.

Fazit

Nun bin ich schon fast eine Woche wieder daheim und natürlich schon wieder direkt im Wahnsinn. Dienstag gings gleich wieder ins Stadion, Donnerstag ins Büro inkl. indisches Essen und gestern nach Heidenheim (natürlich wieder zum Fußball).

Bereits am zweiten Tag auf der Arbeit wusste ich schon nicht mehr was gemeint ist, wenn mich jemand fragte "und wie wars?". Was war was? Achso ja, ich war ja im Urlaub 😂

Und wie wars? Schön!

Es war aus meiner Sicht viel weniger dreckig wie erwartet, nicht soviele Menschen und Armut wie erwartet und einfach schön. Natürlich gibt es das alles. Menschen die Obdachlos am Straßenrand leben, Plastik über Plastik und völlig überfüllte Ecken. Aber das ist nicht das ganze Land.

Die Menschen waren so schön Bunt, auch wenn ich mir mehr Frauen gewünscht hätte.

 

Der Verkehr war natürlich chaotisch. Die Autos überladen, immer mind. 3 Personen auf einem Roller und die Fahrbahnen nur eine Option. Selbst auf der Autobahn wird entgegengesetzt der Fahrtrichtung gefahren, Kühe stehen im Weg und allerhand Übergepäck ist zu sehen. Aber trotzdem geht alles einen Gang.


Das Essen war lecker, auch wenn ich mir mehr Streetfood gewünscht hätte. Aber am Ende war das vielleicht auch der Grund, warum keiner von uns Krank geworden ist 😉

Ich hoffe, ich konnte euch mitnehmen auf meine Reise durch Indien und vielleicht auch das eine oder auch mit dem einen oder anderen Vorurteil aufräumen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

"Bildungsurlaub" in Costa Rica

Indien - mein 70. besuchte Land

Ausdruck ewiger Liebe - oder so ähnlich