Die ersten Tiersichtungen 🐘
Den Sternenhimmel hinter mir lassend ging ich in meine Hütte. Die erste Nacht wieder mit einem Moskitonetz schlafen. Sagen wir so, es hat Semi gut geklappt 😅
Ich habe schon 1000x mit einem Netz geschlafen, doch diesmal habe ich es irgendwie nicht wirklich hinbekommen. Dazu war das Bett auch Recht schmal.
Auch wenn ich kein Licht an hatte sammelten sich schnell 20-30 Dinger an meinem Netz. Vielleicht so groß wie eine Stubenfliege und mit langem Schwanz. Dazu springend.
Dazu war es Stock dunkel im Zimmer. Ich hab dann mein Handy mit unters Netz genommen und immer wenn ich aufs Klo musste, meine Handytaschenlampe angemacht. Trotzdem habe ich es kein eines Mal hinbekommen, ohne das 2-3 von diesen Dingern danach unter meinem Netz waren 🙈
Dazu sind die Dinger ständig gegen die Fensterscheibe geflogen, so das du ein ständiges Klackern gehört hast. Da ich eh mit Ohrstöpsel schlafe, habe ich das zumindest nicht mitbekommen..
Von anderen haben ich gehört, dass es in der Nacht auch draußen extrem Laut gewesen sein soll. Es gab wohl einen heftigen Katzenstreit und dann hat ein Esel noch seine Meinung dazu Kund getan.
Von dem habe ich alles nichts mitbekommen.
Am Morgen saß ich mit Irene alleine am Tisch und wir unterhielten uns ein wenig. Ich meinte, dass ich die Gruppe groß und etwas Negativ finde, sie meinte sie hat oft auch Gruppen über 40 Personen, aber das sie es auch schwierig findet mit der Gruppe und auch so wenig Interesse und nur am nörgeln. Aber gut, nach dem Frühstück ging es wieder in den Bus. Wieder eine 6-7 stündige Fahrt lag vor uns.
Meine Mama liebt Rehe. Schon seit meiner kleinsten Kindheit haben wir immer nach Tieren geschaut und ein Urlaub war erst ein Urlaub, wenn wir auch ein Reh gesehen haben.
Ich erinnere mich z.B. auch, dass wir immer runter an die Eschbach sind um nach einem Eisvogel zu schauen. Ob wir ihn jemals gesehen haben, weiß ich nicht, aber ich erinnere mich dran, dass wir immer geschaut haben.
Auch heute noch freue ich mich über einen Hasen, ein Reh oder einen schönen Vogel. Und so genoss ich die Fahrt wieder. Rehe gibt es hier nicht, aber jede Menge Vögel.
Und dann, ganz plötzlich, ganz unerwartet stand am Straßenrand ein Elefant!
Hatte ich bei meinen letzten Besuchen in Afrika eigentlich fast jedes Tier bereits gesehen, waren mir Elefanten soweit verwehrt geblieben. Und da stand er nun. Ganz nah an der Straße und ließ sich auch nicht durch unseren Parkenden Bus irritieren.
Elefanten hatte ich in Thailand als Volunteer ja bereits ganz Nah erlebt und es sind einfach wunderbare Tiere.
Und irgendwie überflielen mich bei dem Anblick meine Emotionen.
Wie dankbar ich bin, das zu Erleben, diese majestätischen Tiere in ihrer Natur zu sehen. Das Privileg zu haben in einem westlichen Land aufgewachsen zu sein, in dem sicherlich nicht alles Perfekt ist, aber in dem ich zur Schule gehen, als Frau einen Beruf erlernen durfte und nicht zwangsverheiratet wurde. Nicht gezwungen bin mich zu verstecken oder ein Kind zu bekommen. Mehr als dumme Kommentare oder einen komischen Blick, gibt es bei uns nicht. Ein Land, das noch im Frieden lebt und zu der reichsten Bevölkerung der Erde gehört.
Nicht nur durchs Reisen, auch durch viele meiner internationalen Kollegen weiß ich, wie schwer es in anderen Ländern sein kann. Die Welt ist so fragile und entwickelt sich gerade eher wieder zurück.
Und ich habe immer noch das Privileg hier zu sein. Auf einer Straße irgendwo in Botswana, mit meinem eigenen verdienten Geld und durch meine eigene Entscheidung. Das ist pure Dankbarkeit!
Und dann sehe ich diese Reisegruppe, für die dir Welt halb unter geht, weil sie noch keine spektakulären Bilder nach Hause schicken konnten (wie auch immer das möglich ist, ich hab schon wieder 1000 Bilder gemacht 😅) oder das der Standard der Hotels nicht mit deutschen Standards mithalten kann oder das die Wege für die Touris nicht ausgebaut wurden und wir deswegen im Schlamm stecken geblieben sind. Klar ist nicht alles perfekt, aber wie kann man so Negativ sein und den ganzen Tag and allem rum meckern? Wie unzufrieden muss man sein?
Naja, am Ende ist es nicht mein Problem 😅 die machen sich ihren Urlaub nur selbst kaputt.
Nach dem ersten Elefanten gab es viele weitere zu sehen. Mal näher an der Straße und mal weiter im Land. Auch eine Elefantenkuh mit ihrem Baby konnten wir sehen.
Irgendwann kamen wir auch an einem toten Baum vorbei, der über voll mit Geiern war, die dann auch alle zusammen losflogen. Wunderschön!
Angekommen in der Lodge ging es nur schnell auf das Zimmer und dann zum Chobe Fluss zu einer Flussfahrt.
Die Lodge ist mitten im Grünen und wir werden ausnahmsweise einmal zwei Nächte hier verbringen.
Morgen hätte man ein Ausflugspaket dazu buchen können, doch ich bin immer froh an den freien Tagen die Gruppe mal nicht zu sehen. Ich habe per Get Your Guide einen Ausflug gebucht und mache morgen nochmal eine Flussfahrt und dann geht's noch mal mit den Geländewagen in den Nationalpark.
Von der Lodge geht es wieder mit Gelandewägen 15 Minuten zum Fluss. Kasane ist dafür bekannt, dass das Wildlife gerade in der Nacht die Stadt erobert. Da kann Nachts schon mal ein Elefant durch die Straßen laufen und man sollte Nachts sehr vorsichtig sein.
Auf der Fahrt waren in der Stadt dann auch schon jede Menge Affen und eine Familien Warzenschweine zu sehen.
Am Fluss angekommen ging es über einen wackeligen und überschwemmten Steg auf das Boot und dann im Schneckentempo über das Wasser. In einer Richtung sah man schon ein Gewitter, aber in der anderen gab es noch Sonnenschein.
So fuhren wir über das Wasser und konnten verschiedene Tiere mal Nah und mal Fern betrachten.
Dann erwischte uns der Regenschauer, aber als Belohnung gab es einen tollen Regenbogen!
Nach drei Stunden Fahrt, ging es wieder zurück. Auf dem Heimweg sahen wir dann noch diese tolle Elefanten Familie ♥️
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