Eine Pannenreiche Anreise nach Südafrika
Die letzten Male war ich immer als Volunteer in Afrika. Mit zunehmenden Alter ist es schwieriger passende Stellen zu finden. Da ja auch alles mit Kindern aus bekannten Gründen wegfällt, habe ich mich diesmal entschieden mal als Tourist zu kommen.
Auch wenn Gruppenreisen weiterhin nicht zu meiner favorisierten Reiseart gehört, ist es doch ein Methode viel und sicher in einer kurzen Zeit zu sehen.
Also dann im Sommer noch der Einzelzimmerzuschlag für Reisen bei Berge & Meer entfiel, zögerte ich nicht lange und ich buchte 14 Tage Rundreise in Südafrika, Botswana und Simbabwe. Mit dabei die Viktoriafälle, der Krüger Nationalpark und vieles mehr.
Sehnsüchtig wartete ich auf die Reiseunterlagen und die finalen Flugzeiten.
Spontan waren meine Mutter und ich vor zwei Wochen nochmal auf der Aida mit Abfahrt in Kiel. Mit der langen Anfahrt wollten wir kein Risiko eingehen und reisten schon einen Tag früher an und ich nutzte die Zeit dann auch gleich mich mit Anne zu treffen.
Am Morgen im Hotel kamen dann die Unterlagen. Es sollte mit Emirates über Dubai nach Johannesburg gehen. Beim Plätze reservieren gesehen, dass drei der vier Flüge mit dem A380 sein würden, Checkpot!
Wir ließen es uns eine Woche auf dem Schiff gut gehen. Samstags lagen wir dann in der Wellnessoase und hörten dann von dem Angriff auf den Iran und den damit verbundenen Unruhen.
Aida hatte letztes Jahr unter viel Spott und Häme die Orient Saison abgesagt. MeinSchiff fuhr und war jetzt in der mieslichen Lage zwei Schiffe dort zu haben. Eines in Dubai und eines in Doha.
Ich mag mir nicht vorstellen wie es sein musste, dort zu sein. In Dubai die durften soweit ich weiß wenigstens von Bord. In Doha die durften lange Zeit nicht mal auf die Außendecks.
Meine Gedanken waren aber auch bei zwei meiner Kollegen aus dem Iran. Gerade einer war gerade erst mit seiner Frau und kleinem Kind zu Besuch dort, er war wieder in Deutschland, aber seine Familie noch dort. Beide haben den Angriff gefeiert und waren sehr froh, hatte die Bevölkerung die letzten Wochen doch um Hilfe von außen gebeten.
Zeitgleich kam mir dann schon der Gedanke, dass ich ja auch über Dubai fliegen sollte. Da es bis dahin noch 1 1/2 Wochen waren, machte ich mir nicht besonders viel Gedanken darum. Ich bin von einer Umbuchung oder einer Absage ausgegangen. Und da ich ja gerade erst im Urlaub war, wäre eine Absage natürlich traurig, aber auch keine Katastrophe gewesen.
Meine Mutter hingegen hatte ziemliche bedenken, dass der Flug wie geplant stattfindet.
Am Freitag kam dann die erlösende Nachricht: wir wurden umgebucht! Der Hinflug ging mit Swiss über Zürich und der Rückflug direkt mit Lufthansa ♥️ Besser konnte es doch nicht laufen.
Laufen ist das Stichwort, Laufen sollte man können. Ich zeigte am Abend, dass ich es nicht konnte und knickte beim Abendspaziergang mit meiner Mutter um. Dann konnte ich erstmal garnicht mehr laufen. Papa musste uns abholen und direkt wurde das Bein hochgelegt und gekühlt.
Na das kann ich ja nun garnicht gebrauchen. Zum Glück hatte ich schon alles gepackt und wollte das Wochenende eigentlich meine Wohnung putzen, naja, dann bleibt die Wohnung dreckig.
Samstag morgen mit dicken Knöchel aufgewacht und humpeln laufen ging. Da muss ich dann wohl durch. Den ganzen Tag also auf der Couch gelegen, gekühlt, bandagiert und geschont. So ein Blödsinn braucht man vor so einer Reise nicht wirklich.
Montag ging es dann beruflich noch mal für den Tag nach Kassel zu einem Kunden, auch das hatte ich nicht mehr gebraucht 😅 Abends dann die gesamte Wohnung fertig gemacht und die letzten Sachen gepackt, da der Hinflug von Spätabends sich auf 19 Uhr verlegt hatte und ich dementsprechend am nächsten Tag früher Feierabend machen musste und es vom Schreibtisch direkt zum Flughafen ging.
So fing der Abreisetag entsprechend mit Arbeiten an, bevor mein Vater mich abholte.
Swiss ist in der Lufthansa Group und somit war der Check-in entsprechend easy, auch der Security Check ging schnell und dank der Amex hatte ich Zugang zur Business Lounge, die dazu noch direkt an meinem Gate war.
So saß ich bereits in der Business Lounge, als mein Vater noch auf dem Rückweg war. Besser konnte es nicht gehen.
Leider gab es auf der Arbeit noch ein paar Themen und ich holte mein Surface nochmal raus und arbeitete noch ein wenig. So geht die Zeit dann doch auch schnell rum.
Der erste Teil der Strecke ging also nach Zürich, schöner 40 Minuten Flug. Neben mir setzte sich ein Mann, der mich fragte ob ich mit seiner Frau tauschen können, damit sie zusammen sitzen können.
Ob ich in Reihe 33 am Fenster sitze oder in Reihe 15 ist mir ja egal. Also habe ich gerne getauscht. Man will ein junges Glück ja nicht auf einem 40 Minuten Flug trennen 😜
Kaum war man in der Luft, ging es schon wieder runter. In Zürich hatten wir 1 1/2 Stunden Aufenthalt und ich musste ja nochmal durch die Passkontrolle. So ging die Zeit auch rum. Am Gate hieß es dann nochmal eine zusätzliche Passkontrolle zu machen und ich dehnte meinen Körper noch mal, bevor der 11 Stundenflug an stand.
Auch mein immer noch dicker und vor allem mittlerweile blauer Knöchel wurde nochmal getapet.
Am Gate beobachtete ich wieder die Leute und überlegte, wer wohl zu meiner Reisegruppe gehören wird.
Wen ich definitiv nicht dabei haben wollte war ein junges Paar mit einem Baby. Vielleicht drei Monate. Wieso tut man das einem Kind an? Es kamen weiter Familien mit weiteren Kindern.. Alle zwischen 1 bis 5 Jahren
Na das kann ein Flug werden 🤯
Im Flieger war ich dann auch flankiert mit den Kindern, die entsprechend auch meistens kein eigenen Sitz hatten. Auch das Baby war drei Reihen vor mir 🙈 Und wer setzte sich neben mich?
Die Frau aus dem ersten Flug, mit der ich den Platz getauscht hatte 😅 Sie meinte schon, das eine neue Dame zu mir kommen wird, weil sie wieder tauscht 😅sollte mir Recht sein.
Wir fanden auch raus, dass sie zu meiner Reisegruppe gehört, genauso wie die Dame, die den Platz mit ihr wechselt.
Über den Flug gibt es nicht viel zu sagen. Die Kinder waren relativ ruhig, bis auf Start und Landung. Wir flogen über Nacht, ich schlief, ich schaute Zoomania 2 (wie süß kann eine Schlange sein 😅) und dann waren wir auch schon fast da.
In Johannesburg ging es durch eine relativ Leere Passkontrolle und auch die Koffer waren schnell da. So waren wir um 11 Uhr und nur 50 Minuten nach Landung schon fertig und draußen.
Dort warteten viele Leute mit Schildern in der Hand, doch Berge&Meer war nicht dabei.
Schnell fand sich eine Gruppe zusammen und wir wuchsen auf 30 an. So eine große Gruppe hatte ich noch nie.
Über die Notfall Nummer den Veranstalter erreicht und mitgeteilt, dass wir da sind und warten. Leider hatte der Veranstalter nichts von unserem Flugwechsel mitbekommen und erwartete uns erst gegen 16 Uhr.
Wir sollen doch erstmal alle in ein Cafe gehen und ein Kaffee auf die Agentur trinken, sie würden sich kümmern.
Also stiefelten 30 Leute mit Koffern los und überflielen ein genanntes Café. Dort wurde extra Platz für uns gemacht und auch eine Ecke für alle unsere Koffer eingerichtet.
Schon kam die Diskussion auf, was wenn jemand kein Kaffee trinkt und wie läuft die Abrechnung, wenn jemand mehr bestellt? Die Leitung des Cafés kam dann auf mich zu und meinte, es würde alles bezahlt werden. Nach erneuten Rückversicherung war es dann bestätigt. Wir durften bestellen was wir wollten.
So lernte man die ersten schon kennen, es gab Getränke und Essen. So schlecht war das jetzt nicht.
Ziemlich schnell kam dann auch schon jemand von der Agentur und dann auch Reiseleiterin und Busfahrer.
Allerdings hieß es dann noch, dass eine Mitreisende fehle und man nicht wissen wo sie sei.
So saßen wir erst im Café und warteten. Dann ging es zum Bus.
Was ein Bus. Es gibt eine Toilette und Beinfreiheit ohne Ende. Ein Traum.
Im Bus warteten wir wieder und Irene unsere Reiseleiterin telefonierte sich Wund. Irgendwann hieß es, wir fahren los.
Doch dann stellten wir fest, dass das Mikro nicht läuft und trafen uns mit einem Mitarbeiter auf einem Parkplatz und wechselten das Mirko. Also wir dann endlich auf der Straße waren bekam Irene einen erneuten Anruf. Wir sollten doch auf einem Rastplatz auf die fehlende Reisende warten.
Also hielten wir wieder und warteten. Was dort in der Kommunikation schief gelaufen ist weiß ich nicht. Am Ende wurde sie um 16 Uhr zum Parkplatz gebracht und wir konnten endlich los.
3 Stunden hieß es nun ab bis Polokwane. Und für mich hieß es drei Stunden aus dem Fenster schauen und die Natur zu genießen. Es ist Ende der Regenzeit und dieses Jahr hat es viel geregnet. Dadurch ist alles grün, so grün habe ich Afrika noch nicht gesehen, soo schön ♥️
Im Hotel angekommen wurden die Zimmer verteilt. Alle wurden aufgerufen, bis auf ich. Schnell wurde mir meine Karte noch fertig gemacht und es ging hoch zum Zimmer.
Karte ans Lesengerät gehalten, Tur aufgemacht und was sehe ich? Einen nackten alten Herren Popo in der Dusche 🙈 Da wurde mein Zimmer wohl doppelt belegt 🙈 Also wieder runter, neue Karte bekommen und dann ging's endlich ins Zimmer. schnell frisch gemacht und wieder runter noch etwas essen.
Nach dem Essen ging es dann endlich in die Dusche 😍 Da fühlt man sich gleich wie ein neuer Mensch 🙂 und dann ging es auch schon ins Bett. Um 7 Uhr am nächsten Tag ging es schon zum Frühstück.
Einschlafen ging schnell. Doch nach ein paar Stunden weckte mich mein Herzrasen. Hatte mich mein LongCovid die letzten Monate doch größten Teils in Ruhe gelassen, bis auf Sport und gelegentliches Herzrasen und gelegentliche Erschöpfung, würde ich mich schon fast wieder als Gesund betrachten. Fasching hat mich dann eine Erkältung außer Gefecht gesetzt und mein Herzrasen ist wieder zurück. Vorher hatte ich es mit Sprudelwasser gut im Griff, doch jetzt trinke ich oft 1-2 Liter bis es weg ist und kommt dann oft direkt wieder. Dazu endet es oft in Herzklopfen, wogegen ich noch kein Mittel gefunden habe. Das Herz rast nicht mehr, aber ich spüre es Klopfen, höre es und mehrere auch die "Vibration", zusätzlich schlägt es dann oft auch nicht im Takt.
So wachte ich auf und konnte das Rasen zum Glück sehr schnell lindern. Aber es endete wieder im Klopfen und so quälte ich mich über ne Stunde die richtige Position zu finden, damit das Klopfen nicht zu stark zu spüren ist und versuchte zu schlafen.
Um kurz vor 7 klingelte der Wecker. Schnell fertig gemacht und ab in den Frühstücksraum. Puh war da eine Luft drin. Wollte ich mich gerade zu meiner Gruppe setzen, sah ich die Terrasse und setzte mich raus. Was ein schöner Blick und gute Luft. Wie man da drinnen sitzen kann ist mir ein Rätsel.
Mit dem Bus ging es dann 10 Minuten zu einem Freilichtmuseum. Hier wurde uns gezeigt wie früher gewohnt und wie feuer gemacht wurde und ähnliches.
Für den Rest des Tages sollte es dann in den Bus gehen.. Über 400 km und inkl. Grenzübergang nach Botswana.
Auf dem Weg kamen wir an diesem Stadion vorbei.
Gebaut für die Fußball WM für viel Geld. Damals gab es viele Proteste der Einheimischen, da das alles natürlich vom Steuerzahler bezahlt wurde.
Der Plan war mit der WM im Nachgang internationale Künstler anzulocken. Doch das blieb leider aus.
Das Ergebnis, viele Stadien mussten wegen der hohen Luftfeuchtigkeit bereits mehrfach saniert werden und die Stadien stehen leer. Sie werden von Zeit zu Zeit für den Africa Cup oder andere Fußball, Cricket oder Rugby Spiele verwendet. Manchmal dürfen Schulklassen dort spielen oder ähnliches. Aber die meiste Zeit stehen sie leer..
Da es heute keine Mittagspause gibt, hielten wir an einem Supermarkt und wir durften uns nochmal mit Snacks und Getränken eindecken. Und während ich durch die Gänge schlendere entdecke ich:
Für alle die nicht wissen was das ist, TimTams ist eine berühmte Süßigkeit aus Australien.
Auf dem Weg zurück in den Bus fing mein Herz wieder an zu Rasen. Das kann ich ja garnicht gebrauchen. Zum Glück war der Bus nahe und ich hatte mir gerade eine 1 1/2 Liter Sprudelwasser Flasche gekauft. Die musste ich tatsächlich auch ganz Leeren, bis ich es wieder im Griff hatte. Zum Glück nicht gefolgt von Herzklopfen. Allerdings, wer hätte das Gedacht, muss man ziemlich schnell, ziemlich doll aufs Klo, wenn man innerhalb von 5 Minuten 1 1/2 Liter Flüssigkeit aufnimmt , aber wir waren weit weg von Zivilisation.
Zum Glück hat der Bus eine Toilette 😅
Wir verbrachten also drei Stunden im Bus, bis wir an die Grenze von Botswana kamen. Hier hieß es erst alle Mann raus aus dem Bus und zur Ausreise. Hatte man den Stempel ging es wieder in den Bus. Weiter ein Stück mit dem Bus und wieder alle Mann raus. Hier wütet wohl gerade für Maul und Klauen Seuche und alle mussten mit ihren Schuhen einmal durch desinfizier Wannen laufen. auch der Bus wurde von außen einmal desinfiziert.
Wieder alle rein in den Bus und ein Stück weiter gefahren. Dann wieder alle raus und zur Einreise in Botswana.
Man kann an der Grenze für die Prozedur 1 Stunden brauchen, aber auch 4. Wir hatten Glück und es ging alles Reibungslos.
Jetzt sitzen wir wieder im Bus und haben nochmal 3 Stunden Fahrt vor uns, bevor wir wahrscheinlich gegen 18/19 Uhr im Hotel angekommen.
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