Letzter Stop Buchara

Zurück im Hotel hieß es wieder Koffer packen. Es sollte am nächsten Tag weiter nach Buchara gehen. Zwei Nächte dort und dann geht es für die letzte Nacht wieder zurück nach Taschkent. Von dort fliegen wir am Dienstag Morgen wieder zurück über Istanbul nach Deutschland. 

Hatte ich mich auf Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad eingestellt, sollte es wieder 30 Grad werden. Für so warmes Wetter war ich nicht vorbereitet 😅 Aber schön, nochmal Sonne zu bekommen, bevor es wieder in das herbstliche Deutschland geht.

Der Weg nach Buchara war wieder weit, so hieß es wieder den halben Tag im Bus zu sitzen. 

Im Bus verteilte Shah uns ein Blatt mit einer Karte um danach ein entsprechendes Regerst zu halten. Der Ausdruck war wie damals in der Schule. 1000 mal die Kopie von der Kopie von der Kopie kopiert, so dass man nun fast nichts mehr erkennen kann. 



Da ich sein Referat nicht folgen konnte und wollte, widmete ich mich einer anderen Geschichte und hörte mein lieblings Geschichtspodcasts "Was bisher geschah".

Auf dem Weg hielten wir an einem der vielen Baumwollfelder. Immer wieder faszinierend. Ich erinnere mich an Laos und meine Mekong Fahrt. Dort machten wir auch halt an einem kleinen Dorf und ich habe noch eine Knospe Baumwolle daheim. Eine der wenigen Mitbringsel die ich habe und liebe.


Hier wird die Baumwolle maschinell gepflückt und danach gehen nochmal Menschen durch die Reihen und pflücken das, was noch übrig geblieben ist. Harte Arbeit.



In meinen letzten Buch, ging es auch um Kriegsgefangene im zweiten Weltkrieg, die in den USA Baumwolle pflücken mussten, da Kriegsgefangene billiger bzw. Einfacher zu halten waren als Schwarze.. Einfach verrückt.

Auf eine andere Weise verrückt ist unser Busfahrer 😅 Der hat einen kleinen Putzzwang. Sobald wir 5 Minuten stehen, wird der Bus geputzt. Die Scheiben, der Boden und auch die Reifen werden poliert.  Und wenn jemand mit dreckigen Schuhen an kommt, bekommt die Person erstmal einen bösen Blick 😅 Aber entsprechend hatte ich noch nie einen so sauberen Bus 🤘🏽



Der erste Stop war beim Imam-al-Buchari-Mausoleum und ich hätte mir nach Samarkand nicht so schnell etwas vorstellen können, dass mich beeindruckt. Doch das Mausoleum war beeindruckend schön.







Auf dem weiteren Weg hielten wir an einer alten Karawanserei. Mehr als das Tor war nicht zu sehen. Hier konnten die Karawanen halten, ihre Tiere austauschen und Geleitschutz erhalten.





Gegenüber ging es noch zu einer Zisterne: Malik Sardoba.
Früher machten hier Händler und Reisende eine Pause, wenn sie auf der Seidenstraße unterwegs waren. Sie konnten Wasser für sich und ihre Tiere holen. Die Zisterne hatte eine große Kuppel, die das Wasser vor der heißen Sonne schützte. So blieb es länger kühl.

Heute ist die Malik Sardoba ein besonderes historisches Bauwerk und gehört zum UNESCO-Welterbe.





Weiter ging es zur Sommerresidenz des letzten Emirs von Buchara. Sie wurde Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Der Palast verbindet traditionelle usbekische Architektur mit russischen und europäischen Einflüssen und ist heute ein Museum.












Hier gab es etliche Pfaue und auch Kücken.




Natürlich gab es auch viel zu kaufen und es wurde gekauft. Interessant war es die Seidenraupen-Kokons zu sehen.




Den Abend ließen wir dann wieder bei einer Familie ausklingen. Hatte man bei der letzten Familie schon das Gefühl bei ihnen im Wohnzimmer zu sitzen, war es hier doch eher ein Touri Ding.








Dazu sollte es Plov geben. Erinnert euch an das Gericht aus meinen letzten Blog Eintrag und ich hatte schon Angst, dass ich wieder hungrig ins Bett gehen müsste, war es diesmal einfach nur lecker. Es gab Rindfleisch dazu, dass ich gerne abgegeben habe, aber der Reis war einfach nur genial ❤️ und es gab sogar ein Nachschlag für mich 🤩

Im Hotel hieß es wieder für die nächsten zwei Tage einchecken und dann hörte ich mir das Debakel aus Leipzig an, zumindest die erste Halbzeit, bevor es ins Land der Träume ging.

Am Morgen erwacht, ging der erste Blick in den Kicker. 6:0 🫪 

Heute sollte es nochmal ein voller Tag in Buchara geben. Beim Lesen der Beschreibung wird mir schon schwindelig und ich machte mich fertig für einen letzten Großkampftag 😅 Am Ende sollte es der schlimmste Tag der Reise werden, aber anders als gedacht 🤯

Am darauffolgenden Tag lernen Sie Buchara genauer kennen. Freuen Sie sich auf das Mausoleum der Samaniden aus dem 10. Jahrhundert, auf das Tschaschma-Ayub-Mausoleum, in dem sich heute das Wassermuseum befindet, und die Ark-Festung. Während sie den Khanen und Emiren von Buchara lange Zeit sowohl als Residenz als auch als Regierungssitz diente, beherbergt der gigantische Komplex heutzutage gleich sieben verschiedene Museen.

Eindrucksvoll geht es weiter, wenn Sie am Labi-Hovuz-Komplex die Atmosphäre Bucharas hautnah spüren und anschließend nach dem Besuch der bedeutendsten Medresen der Stadt dem Gebäudekomplex Poi Kalon einen Besuch abstatten. Zwischen Kalon-Minarett, Kalon-Moschee, Mir-Arab-Medrese und Emir-Alim-Khan-Medrese fühlen Sie sich in eine Zeit zurückversetzt, in der Emire und Khane um Macht, Reichtum und Handelsrouten wetteiferten. Mit Fotos der unvergesslichen Monumente werden Sie Ihre Bekannten garantiert in Staunen versetzen!

Heute sollte es den ersten Tag vom Wetter bewölkt, kalt und regnerisch sein. Endlich kam meine mitgebrachte Kleidung zum Einsatz 😅

Zuerst hielten wir beim Chor Minor, ein außergewöhnliches Bauwerk aus dem Jahr 1807. Sein Name bedeutet „vier Minarette“. Einst gehörte es zu einer islamischen Lehranstalt, heute zählt es zu den charmantesten Wahrzeichen der historischen Seidenstraßenstadt. Es war wirklich sehr angenehm, nach all der Pracht der letzten Tage.




Insgesamt wirkt Buchara wie eine Wüstenstadt, da fast alles in Sandstein gehalten ist.









Dann ging es für uns weiter in die Altstadt und was soll ich sagen 🤷🏽‍♀️ Meine persönliche Hölle begann. 

Shah lief auf Hochtouren auf und wir starteten erstmal mit einem halben Stunde Monolog. Auch bisher gab es in jeder Sehenswürdigkeit Verkaufsstände, doch hier war es ein einziger Basar. Und die Leute kaufen und kaufen und kaufen und kaufen 🫪🫠😮‍💨

Wir gingen in ein kleines Puppentheater, welches wirklich entzückende Puppen erstellt haben. Früher aus Leder, dann aus Porzellan und am Ende aus Pappmasche.

Auch hier wurde natürlich gekauft.





Dann wieder halbe Stunde Referat von Shah in irgendeiner Gasse. Viel gesehen hatten wir bis dahin nicht. Aber 1 1/2 Stunden waren schon rum.

Nagut, vielleicht müssen wir ja nur in Fahrt kommen. Nächster Halt: Ein Laden für Tücher und Teppische. Er möchte natürlich keinen Empfehlung geben, ABER er will uns hier den Unterschied zwischen echter Seide und China Ware zeigen. Also alle Man rein in den Laden, erstmal unterschiedliche Tücher gezeigt und dann die Teppiche. Und dann müssen ja natürlich alle noch laufen 🤯🤮 

Dann ging es noch um "Harmonie". Seine schöne Beschreibung für den Toilettengang. Hieß es, dieser wirklich gültige, ohne Hintergedanken habende Geschäftsmann, würde es uns erlauben, in seinem zweiten Geschäft seine Toilette zu benutzen. 15 von 20 mussten aufs Klo und es hieß in 10 Minuten würden wir uns wieder hier treffen.

Aus diesen 10 Minuten würden 30 Minuten, da es nur eine einzige Toilette gab und Gott bewahren, die Leute mussten ja noch etwas kaufen. Wuuusa..

Als dann endlich alle da waren, mussten wir nochmal warten, weil Sachen bezahlt werden mussten.

Sagen wir mal so, meine Geduld war hier schon fast aufgebraucht 😮‍💨 Diese Basarbesuche und Shoppingtouren, sind für mich ähnlich schlimm, wie wenn man mich in einen Kindergarten stecken würde.

Es darf jeder soviel Shoppen wie er will, aber dann lass ne extra Zeit ausmachen, damit ich was anderes machen kann.

Nach 45 Minuten ging es endlich weiter. Aber die Stimmung in der Gruppe kippte.

Bisher war es wirklich eine harmonische Gruppe, wir waren eigentlich immer vor der Zeit am Treffpunkt und auch wenn paar (wie ich) immer schon vor liefen um Bilder zu machen, blieb die Gruppe eigentlich zusammen.

Doch heute hat sich das Blatt gewendet. Die Gruppe blieb nicht zusammen, ständig war irgendwer verschwunden und ich war kurz davor nach dem Treffpunkt später zu fragen und einfach alleine los zu ziehen.. hätte ich das mal gemacht 🤯

Hielten wir wieder und Shah: Ich will ja nichts empfehlen, aber für die Mittagspause später, gibt es hier zwei tolle Restaurants und in dem einen habe ich ganz unverbindlich Tische für uns reserviert.." 

Da ihm sowieso keiner mehr zu hört, ist ein Pärchen dann wohl direkt abgehauen, beim nächsten Mal durchzählen waren wir dann zu wenige. Also mussten wir warten und Shah versuchte sie zu finden... Mehr als 5 Meter hatten wir bis dahin nicht geschafft und außer Basarstände auch noch nichts wirkliches gesehen.. 20 Minuten später, sind wir dann ohne die beiden Los... 

Dann kam der nächste Dämpfer. Aktuell ist irgendein amerikanischer Influenzer hier in Usbekistan. Gestern war er in Samarkand und da muss das absolute Chaos ausgebrochen sein, inkl. Schlägereien. Da die Wahrscheinlichkeit Recht hoch ist, dass er auch hier nach Buchara kommt, hat die Polizei heute alle Sehenswürdigkeiten abgesperrt. Es gibt immer nur einen Eingang und auf dem Gelände laufen Polizisten mit Hunden und Maschinengewehren rum.

So mussten wir einen Umweg nehmen für die nächste Besichtigung.






Hatten wir nun ja wirklich schon einen harten Vormittag, hieß es jetzt erstmal Pause. Und siehe da, die zwei verlorenen Schäfchen saßen bereits im Restaurant.

Das Essen war lecker, gab es für mich eine Linsensuppe und ein Schachlik-Spieß.

Dachte ich, dass jetzt der Tag doch Fahrt aufnehmen sollte. Hat er 🙈 Shah führte uns von einem Stand zum nächsten Stand zum nächsten Stand und es gab eine Verkaufsvorführung nach der anderen 🤯🤯 Aber denkt dran, er will keinen Beeinflussen, aber überall gibt es nur Schrott und China ware, nur an diesem Stand ist es gut. Aber er will nichts empfehlen. Ich will nicht wissen, wieviel Provision er heute erhalten hat. Schließlich wurde gekauft und gekauft.

Messer, Scheren, Brotstempel, ich kann's euch nicht sagen.. Ich hab mir meistens einfach irgendwo ein Platz gesucht und gehofft, dass der Tag einfach bald vorbei ist.

Es ging dann noch auf eine unspektakuläre Burg, aber mit schönen Blick auf die Stadt und noch eine Moschee, die wir nur von außen sahen. 











Eine wirkliche Enttäuschung dieser Tag. Das gesehene war nett und auch ein schöner Kontrast zu den letzten Tagen, aber naja.

Wir hatten 2 Stunden bis zum Abendessen und wer in der Stadt bleiben wollte dürfte das. Der Rest fuhr zum Hotel zurück. Es waren nicht viele.. 

Um 18 Uhr war dann wieder Treffen fürs Abendessen. Eigentlich in einer anderen Location, aber Shah unser Retter, ist der Meinung dass das Essen dort nicht gut und nur Massenabfertigung ist. Daher hat er das Essen verlegt - in das gleiche Restaurant, in welches er uns heute Mittag schon gelotst hat 🤷🏽‍♀️ So selbstlos dieser Mann.

Morgen fahren wir mit dem Zug zurück nach Taschkent. Dieser Fahrt aber erst um 16 Uhr. Somit starten wir um 10 Uhr mit weiteren Besichtigungen und dann geht's zum Zug.

Um 20.30 kommen wir in Taschkent an und dann geht's ins Hotel und dort gibt es Abendessen.

Am Dienstag gehts dann zurück und der erste Flug startet um 9.30 Uhr. Das heißt wir werden sicherlich zwischen 5-6 Uhr abgeholt werden 🫥 

Daher habe ich die Zeit genutzt um Koffer und alles auch schon für den Flug zu packen.

Was ich bisher auch noch in keinem Hotel gesehen habe ist dieser Wegweiser an der Decke, welcher die Richtung nach Mekka zeigt. 





Mit halb leeren Bus ging es dann wieder zurück in die Altstadt und erneut in das Restaurant. Hier gab es leckeres Essen und da 4 Personen nicht mit kamen, auch 4 extra Portionen, die wir untereinander aufteilen. 

Auf dem Weg erzählte uns Shah, dass im Hotel weitere Gäste aus der Türkei und Kasachstan eingecheckt haben. Er wolle ja nicht schlecht über die Landsleute der Nachbarländer sprechen, ABER die Mentalität wäre eine andere und er habe schon schlechte Erfahrungen in Bezug auf das Buffet gemacht. Die besagten Gäste würden sich die Teller vollschlagen und halb gegessen auf den Tischen stehen lassen, das Hotelpersonal würde dann nicht hinterher kommen. Aber er hat natürlich eine Lösung für uns. Die Frühstückszeit fängt eigentlich erst um 7 an, aber er hat exklusiv für uns ausgehandelt, dass wir schon ab 6.30 Uhr frühstücken gehen können 🤣🤣 Wir starten morgen um 10 Uhr, als würde ich vor 9 Uhr den Wecker stellen 🫠 

Während des Essens gab es dann wieder eine Folklore Aufführung. Diesmal mit zwei Frauen und auch neuen Lieder. Es war auf jeden Fall nett anzusehen.




Zum Abschluss machten wir noch einen Spaziergang durch die Altstadt und dieser entschädigte den Tag 😅 Schön angeleuchtet und eine ganz andere Atmosphäre war das mein Highlight des Tages und versöhnt mich mit der Stadt 😉















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