Vom Grenz-Chaos zu blauen Mosaiken in Taschkent

Zum Abendessen befanden sich alle wieder im Restaurant ein. Essen ist im Reisepreis enthalten und es gibt täglich eigentlich immer das gleiche. Ein Gurken-Tomaten oder Rotebete-Apfel-Salat, dann meistens eine Suppe und dann Kartoffel, Gemüse und Rindfleisch als Eintopf oder Reis mit Hähnchen und Paprikagemüse. Und meistens noch ein Kuchen als Nachtisch.

Essen ist meistens solide lecker, aber gerade wenn ich den Rotebete Salat nicht essen, doch etwas wenig.

An diesem Abend merkte ich umso mehr, dass ich müde von Gruppenreisen bin. Die Gruppe ist grundsätzlich nett, ein Pärchen hat immer was auszusetzen, aber im großen und ganzen, kann ich mich nicht beschweren. Doch ich habe keine Geduld und auch keinen Muse. Ich will gerade abends einfach meinen Ruhe haben. 

Leider bekommen wir meistens nur einen Schlüssel und müssen uns arrangieren. Da sie Raucherin ist, haben wir sowieso ein verschiedenen Rhythmus. Sie hatte aus Deutschland eine Flasche Ramazzotti mitgebracht und war total traurig, dass ich diese nicht mit ihr trinken wollte. Sie hatte sich andere der Gruppe gesucht und die Flasche sollte an diesem Abend getrunken werden. 

Als endlich die letzten Infos für den morgigen Tag gab, bat ich sie mich ins "Bett" zu bringen. Mama muss das Kind ins Bett bringen war dann der Lacher.. Aber ich war froh, als ich dann endlich alleine im Zimmer war. Ich konnte meine Musik hören, habe mein Koffer im gepackt, konnte in Ruhe meine frisch gewaschenen Haare Föhnen und einfach Ruhe haben 😅 Habe dann noch mein Buch ausgelesen, während meinen Zimmergenossin schon längst wieder gekommen war und bereits schlief.

In der Nacht wachte ich dann auf, als ich plötzlich was kaltes an meinem Rücken spürte. Ein Kissen!? Wo kam das denn her. War auf jeden Fall nicht von mir.
Am nächsten Morgen meinte Heidi, dass meine Lenden nicht zugedeckt waren und sie dachte, sie könne sie mir dem Kissen schützen. Irgendwie nett gemeint, aber auch irgendwie strange...

Waren wir die letzten Tage immer um 9 gestartet ging es heute um 8 los. Der Flug sollte um 11.20 gehen und mit dem Stau, wollten wir kein Risiko eingehen.

Es sollte also mit dem Flieger nach Schymkent gehen. Eine weitere Stadt in Kasachstan. Es sollte den Abend aber noch über die Grenze nach Usbekistan nach Taschkent gehen. 





Der Flug war Recht unspektakulär und ging auch nur eine Stunde. Nur die Geschwindigkeit beim Landen war Recht hoch, so dass ich dachte, wir starten gleich noch mal durch. Aber mit einer harten Vollbremsung kamen wir zum Stehen.

Nachdem wir unser Gepäck eingesammelt haben hieß es unseren neuen Reiseleiter kennenlernen. Hatten wir die letzten Tage Bek, ein quirliger kleiner Kirgise, stand uns nun Sha vor uns. Aussehen eher Arabisch, perfektes Deutsch, aber in einem monotonen Ton, ohne Punkt und Komma und man hört dem Stock im Arsch während er redet. Ihm zu folgen ist eigentlich unmöglich 😅 und ihn werden wir den Rest der Reise haben. Nach den ersten 30 Minuten waren wir alle schon platt von seinem einschläfernden Gesang.

Schymkent hat jetzt nicht so viel zu bieten. Wir waren in einem Park und dann in einer Zitadelle, die größten Teils nachgebaut wurde, wodurch es auch eher wie eine Filmkulisse aussah. 









Aber die Stadt ist extrem grün, was auch daran liegt, dass es hier um Sommer bis zu 45 Grad wird.. Ansonsten ist das Land aber sehr trocken und wenn man sich jetzt erinnert, dass Kasachstan mit dem Wasser von Kirgisistan abhängig ist und es jetzt schon schwierig ist, will man sich garnicht ausmalen, wie es hier in der Zukunft aussehen wird.

Interessant ist auch, dass die Bäume alle weiß gekalkt ist. Das dient nicht nur der Insektenabwehr, sondern soll auch helfen die krassen Temperaturen (Sommer + 45 Grad und in Winter -30 Grad) zu regeln, so dass die Baumstämme nicht aufplatzen.




Das Stadtbild ist auch geprägt von gelben Gasrohren.




Noch ein kleiner Funfact. Die Tulpe kommt wohl aus Zentralasien und daher sieht man immer wieder Tulpen in der Stadt.




Bevor es zur Grenze ging, ging es noch Essen. In einem Nobelhotel. Und das Essen war leeeeeecker ♥️ das Beste, was wir bisher hatten.





Weiter ging es zur Grenze. Unser Reiseleiter stimmte uns schon einmal darauf ein. Der größte Grenzübergang ist seit einem halben Jahr geschlossen und im Umbau, deswegen geht aktuell alles über einen kleinen Grenzübergang. 

Ich hab schon wieder vergessen wie rum, aber in einem Land sind gerade Haushaltsartikel wesentlich billiger. Dadurch bringen Privatpersonen Massenweise diese Artikel über die Grenze, um diese dann teuer zu verkaufen. 

Da es ein kleiner Grenzübergang ist, ist dieser völlig überfordert und zeitgleich gilt hier die Ellenbogen Mentalität.




So ging es zum Grenzübergang und vorher war es schon Recht chaotisch. Doch drinnen war es der absolute Hammer. Baulich null auf diese Massen vorbereitet. So müssen auch vor der Ausreise alle Koffer durch einen Scanner. Das Band danach aber extrem Kurz und zusätzlich zwischen Band und erster Passkontrolle liegen vielleicht 2 Meter. Das führte dazu, dass die Massen an Menschen garnicht wussten wohin sie sollten, man nicht an seinen Koffer kam, die Koffer stapelten sich um das Band. Die Leute prügelten sich um die Koffer, alle vielen über einander. Absolute Anarchie!

Ich groß und Massig kann ich mich da durchsetzen, andere in unserer Gruppe waren da etwas hilfloser. Mir waren die Massen auch etwas unangenehm und dazu die Lautstärke und das nach einem langen Tag.

War die erste Kontrolle (Ausreise) erledigt, ging es durchs Niemandsland. Auch hier Menschen ohne Ende, dazu Massen an Gepäck. Es hieß sich durchwuseln und immer und immer wieder den Pass zeigen. Dann ging es an die Einreise. Noch chaotischer. Es wurde geschoben, gedrängelt und geschoben. Wir haben einige alte DDRler dabei, die entsprechend alle Russisch gelernt hatten. Sie konnten sich etwas mit den umstehenden unterhalten und schwupps, auf einmal wurden wir vorgelassen. Trotzdem war es ein Kampf. Wohl mit der heftigste Grenzübergang den ich hatte.

Aber alle haben es gut überstanden. Wie man das mit einer Gruppe von 50-60 Leute machen will, ist mir unvorstellbar.

Mittlerweile war die Zeit auch fortgeschritten mit halb 10. Jetzt hieß es noch mal ne Stunde bis Taschkent zu fahren 😴 aber die gute Nachricht, wir bleiben die beiden nächsten Nächte in einem Hotel und starten am nächsten Tag erst um 10 Uhr 💪🏽🤘🏽

In Usbekistan wieder ein anderes Bild, man konnte auf einmal wieder alles Lesen und es gab keine Kyrillische Schrift. Im Gegensatz zu Kirgisistan und Kasachstan, hat Usbekistan kaum Verbindung zu Russland. Russisch ist auch kein anerkannte Sprache und alle sprechen nur Usbekisch. Auch wird der 9. Mai seit 2022 nicht mehr gefeiert, sie Grenzen sich wohl sehr von Russland ab.

Durch die späte Abfahrt und endlich Mal nicht packen zu müssen, bekam ich trotz der späten Ankunft ganz gut schlaf und mit nur Tagesgepäck ging es in den Bus. Vorher noch Geldwechseln. Hier hat das Geld wieder viel zu viele Nullen 😅 Ich hab 270.000 abgehoben, was etwas über 20€ ist. 

Auf der Fahrt hatte unser Reiseleiter erzählt, das der offizielle Umrechnungskurs bei 13.500 liegt, bei Wechselstuben würde man 13.000 bekommen und er würde für 12.500 wechseln, da er ja noch Taxi Gebühren usw hat. Die meisten haben es gemacht. Ich war 20 Meter vor dem Hotel und habe für eine Gebühr von 40 Cent und einen Umwechselkurs von 13.500 Geld abgehoben. 

Als erstes ging es zu einer katholischen Kirche.






Weiter ging es zu einem Monament. In den 60iger Jahren gab es ein schweres Erdbeben und hat fast die ganze Stadt zerstört. Damals gab es hauptsächlich Lehrgebäude. Danach wurden Plattenbauten hochgezogen um schnellst möglich wieder Wohnraum zu schaffen (und Platte war ja jetzt auch nicht so ungewöhnlich in der Sowjetunion 😅)






Weiter ging es zu einem riesen Arenal. Mit verschiedenen Moscheen, einem riesen Zentrum zur Geschichte des Islams und eine alte Koranschule.

Wahnsinn diese Dimensionen und nicht auf Bilder einfangbar. Auch war der Stand der Sonne nicht perfekt, aber tolle Farben und tolle Mosaike. Wirklich schön ♥️













Weiter ging es zum hiesigen Basar. Erst in die Backabteilung und dann weiter zu Gemüse, Fleisch und Gewürzen.















Danach ging es in die Ubahn und ein paar Stationen mit der Bahn. Jede Station ist besonders gebaut.







Danach ging es in die Fußgängerzone. Hier gönnte ich mir einen sehr leckeren Tee.. 




Zum Abschluss ging es noch ein bisschen durch die Stadt. 









Dann ging es noch zum Essen und zurück ins Hotel. Morgen geht es weiter nach Samarkand und wir starten um 7.40 Uhr 😴



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